Bickell, Gustav - Ps. 38 (37)

Klage und Zündenbekenntnis eines schwer Leidenden.

Herr, nicht straf' in Deinem Zorn mich,
Zücht'ge nicht in Deinem Grimme!
Deine Pfeile drangen in mich,
Deine Hand drückt schwer mich nieder.

Nichts bleibt heil an meinem Fleische,
Am Gebein ob meiner Sünde.
Denn sie überragt das Haupt mir,
Unerträglich mich belastend.

Wunden eitern ob der Torheit;
Meine Nächsten stehen fernab.
Tief gebeugt, gekrümmt vom Schmerze,
Schleich den ganzen Tag ich trauernd.

Meine Lenden sind voll Brandes,
Nichts ist heil am ganzen Leibe.
Ganz erstarrt, zerschlagen bin ich,
Schreie, stöhn' in Angst des Herzens.

Herr, Du kennst all mein Verlangen;
Dir verbirgt sich nicht mein Seufzen.
Herz klopft krampfhaft, Kraft verlässt mich;
Auch das Licht der Augen schwindet.

Freunde, Traute, halten fern sich;
Die Verfolger legen Schlingen.
Die mir Tod droh'n, reden Unheil,
Sinnen Trug den ganzen Tag aus.

Doch ich höre es wie taub nicht,
Tu' wie stumm nicht meinen Mund auf;
Ward wie einer, dem Gehör fehlt,
Widerrede nicht vorhanden.

Denn auf Dich, Jehova, harr' ich;
Du, mein Gott wirst mich erhören;
Höhnisch möchten sonst sie jubeln,
Wenn ich wankte, triumphieren.

Denn ich bin zum Falle fertig,
Und mein Leid steht immer vor mir.
Meine Schuld muss ich bekennen,
Und ob meiner Sünde bangen.

Meiner Feinde Schar ist mächtig,
Viel sind's, die mich grundlos hassen,
Mir mit Bösem Wohltat lohnen,
Mich ob guten Strebens hassen.

Weggeworfen wie ein Toter,
Bin verwundet ich, verlassen.
Herr, verlass mich nicht, bleib fern nicht!
Gott, mein Heil, eil' mir zu Hilfe!